Zukunftsversprechen auf dem Kastanienhof
Herausragende Qualität bei der Verbands-Prämienfohlenschau in Alsfeld-Eifa
Das Gestüt Kastanienhof war am 1. und 2. August 2026 der zentrale Dreh- und Angelpunkt für die hessische Pony- und Pferdezucht. Der Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen e.V. (VPPH) lud zu seiner traditionellen Prämienfohlenschau und präsentierte ein hochkarätiges und extrem vielfältiges Teilnehmerfeld. Insgesamt 93 gemeldete Fohlen aus 18 verschiedenen Rassen stellten sich den Augen der fachkundigen Jury und hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.
Früher Start zum Schutz der Tiere
Eine Besonderheit in diesem Jahr war die zeitliche Flexibilität der Veranstaltungsleitung: Aufgrund der extremen sommerlichen Witterungsbedingungen wurde der Beginn an beiden Tagen auf jeweils 7:30 Uhr vorverlegt. Diese züchterfreundliche und verantwortungsvolle Entscheidung wurde konsequent zum Wohle der Stuten und Fohlen getroffen. Durch die kühleren Morgenstunden konnten sich die jungen Zuchthoffnungen stressfrei, vital und in optimaler Verfassung auf dem Vorstellungsplatz präsentieren und auch der Transport stellte kein Problem dar.
Enorme Rassevielfalt und exzellentes Niveau
Die Veranstaltung spiegelte eine große Bandbreite des hessischen Verbandes wider. Über alle vorgestellten Rassen hinweg, war die qualitative Dichte in diesem Jahr außergewöhnlich hoch.
Die Richterkommission zeigte sich begeistert von dem aktuellen Jahrgang und der hervorragenden Qualität. Die vorgestellten Fohlen überzeugten durchweg mit korrekten Fundamenten, Typbrillanz und überdurchschnittlichen, schwungvollen Bewegungsabläufen. Ein großes Lob galt den Züchterinnen und Züchtern, die ihre Stuten und den Nachwuchs trotz der Hitzeperiode in hervorragender Schaukondition präsentierten.
Viel Perspektive für die Zucht von morgen
Das Fazit der zweitägigen Schau fällt durchweg positiv aus. Mit diesem starken Jahrgang blickt der Verband auf viel Perspektive für die Zukunft. Viele der hier ausgezeichneten Prämienfohlen brachten nicht nur das Potenzial für künftige Einsätze unter dem Sattel oder vor der Kutsche mit, sondern dürften in einigen Jahren auch als wertvolle Säulen in der Zucht wiederzusehen sein.
Der Kastanienhof in Alsfeld-Eifa bot einmal mehr den perfekten Rahmen für dieses züchterische Highlight im Sommer 2026. Wer nicht da war, hat definitiv etwas verpasst.
Samstag in der Früh startete zunächst „Norbert HCK“ (7,6) von LH Nobody aus der StPrSt Holly aus der Zucht und im Besitz von Hanna Klein, Hövles. Dieses typvolle und harmonisch konstruierte Fohlen startete für die Rasse Freiberger. Mit gutem und taktsicherem Ablauf in den Grundgangarten konnte er sich nach der Vorstellung Prämienfohlen nennen.
Der nächste Hengstanwärter kam aus der Rasse Karabagher und heißt „Ivar-D“ (8,0). Er stammt ab von Ada aus der Ilayda, Züchter und Besitzer: Harald Henkel, Dingelstädt. Ein Strahlemann mit fuchsfarbener Jacke präsentiere sich mit viel Rassetyp locker und elastisch den Richtern. Sehr gute Körperaufteilung und ein korrektes Fundament zeichnen diesen jungen Hengst aus. Auch er erreichte spielend die Prämie.
Die Zuchtstätte von Stefan Katzmann, Heringen steht für die Rasse Dartmoor Ponys und ihre Zucht ist auch über Hessen hinaus bekannt. Dieses Jahr mit zwei Fohlen gekommen, konnten sich Richter und Publikum wieder von der guten Qualität überzeugen. Beide Fohlen erhielten Wertnoten über 7,5 und wurden somit prämiert. „Katzmanns Ebony“ (8,3) von BPr LH Magnum Windstar aus der PrSt Eowyn van de Langewiek überzeugte in allen Kriterien. Ein feminines, sehr ausdrucksstarkes Fohlen mit gutem Fundament und guten Hufen brachte in Typ und Körperbau schon viele gute und sehr gute Points mit. Auch in Trab und Schritt konnte dieses Fohlen überzeugen.
In der anschließenden Rassegruppe präsentierten sich die Deutschen Classic Ponys. Hier waren 8 Fohlen gemeldet. Es siegte „Fine Diva vom Schedetal“ (8,2) von LH Money Painter Go aus der BPr EL StPr LS Franca vom Schedetal aus der Zucht und im Besitz von ZG Gerda und Michael Zimmermann, Schedetal. Diese charmante, großrahmige und gut entwickelte Stute trabte taktischer und ausbalanciert bei stets guter Aufrichtung. Ein aktives und gut gewinkeltes Hinterbein sorgte dabei für den richtigen Abdruck. In dieser Klasse konnten alle vorgestellten Fohlen den begehrten Titel Prämienfohlen erhalten.
Die Vertreter der Rasse Deutscher Tigerschecke stellten sich als nächsten der Richtergruppe vor. Hier nahm „Lendorfs Eduscho“ (8,0) von LH Gramblin Echo aus der StPr Lendorfs Karma aus der Zucht und vorgestellt von Sylivia Lohmann, Borken die Schärpe gerne entgegen. Ein Fohlen mit viel Typausprägung, einer sehr guten Oberlinie und einem passenden und korrekten Fundament. In der Bewegung taktsicher, locker und ergiebig.
„Lendorfs Missy“ (7,7) vertrat die Rasse Kleines Deutsches Pony. Eine Tochter des LH Gramblin Echo aus der Elsa Marah. Hier stellte sich ein harmonisches Fohlen mit ansprechendem Typ und viel Ausdruck den Richtern vor, besonders in der Bewegung locker und taktsicher.
„Cinia de Confluentia“ (7,7) von Artigas la Primera aus der Calimera ausgestellt und gezogen von Claudia Haak, Koblenz vertrat die Rasse Criollo und repräsentierter diese ziemlich gut. Mit ihr stellte sich ein rassetypisches, korrektes und bewegliches Fohlen den Richtern vor und konnte die Prämie erhalten.
Die nachfolgende Rassegruppe konnte in diesem Jahr ein erfreulich hohes Nennungsergebnis aufweisen. Mit 11 Fohlen aus drei Sektionen warteten die Welsh Züchter auf. Der klare Sieger kam aus der Sektion B und trug den Namen „Red Flower Nightlife“ (8,3) von Cadlanvalley Voyager aus der Red Flower Ninette of Rose aus der Zucht und im Besitz von Familie Harald Blümle, Waghäusl. Ein Hengstfohlen mit sehr viel maskulinem Ausdruck, sehr typvoll aufgemacht, präsentierte sich selbstbewusst und immer bergauf angelegt dem Publikum. Ein Körper mit guter Dreiteilung und sehr schöner Oberlinie zeichneten ihn aus und er trabte taktsicher und mit Raumgriff an die Spitze.
Den Ehrenpreis für den 2. Platz in der Rasse Welsh, gespendet von der IG Welsh, konnte das sympathische Stutfohlen „Lemon Lilwen“ (8,0) von Pr LH Silvatika Mylo aus der PrStA Lemon Lakota, ZuB: ZG Werther und Schudt, Laubach entgegen nehmen. Ein Fohlen mit gutem, korrektem Fundament und einem sehr harmonischen Körper. Im Trab immer taktsicher und locker und der Schritt aktiv schreitend mit viel Übertritt.
Werner Görlach, Pohlheim zeigte uns anschließend ein Hengstfohlen der Rasse New Forest Pony. „Pyrojano“ (7,5) von Sulaatik`s Peter Pan aus der Sellina zeigte sich großrahmig und gut entwickelt. Im Trab taktsicher, locker und fleißig und auch im Schritt entspannt schreitend.
Mit der letzten Rasse am ersten Tag fanden sich die Deutschen Reitponys in der Bahn ein. Ein Highlight des ersten Tages, was die Kommission und das Publikum hier bestaunen konnten. Insgesamt 20 Fohlen wurden hier vorgestellt, die allesamt von guter Qualität waren und sich hervorragend präsentiert haben. Eine sehr hohe Grundqualität und eine hohe Ausgeglichenheit machten diese Gruppe aus, die sich auch auf jedem überregionalen Parkett behaupten kann, dessen sind sich die Richter sicher. Die Dichte der Qualität kann man alleine daran festmachen, dass 7 Fohlen mit Noten über 8,0 bewertet wurden und 18 Fohlen prämiert wurden.
Siegerstutfohlen wurde „HLT Riyana“ (8,3) von LH D-Gold AT aus der Rika aus der Zucht und im Besitz von Hannah Neef. Mörfelden-Walldorf. Dieses charmante und feminine Stutfohlen zeigte sich sportlich aufgemacht und mit viel Ausstrahlung. Sie trabte stets taktsicher ins Bergauf unter Mitnahme eines locker mitschwingenden Rückens und mit viel Schub und Schwung. Auch im Schritt zeigte sie sich locker und deutlich überfußend.
„Nachttänzer P“ (8,5) von PrA Assenmachers Nachtschwärmer aus der Chata Lya, ZuB: Vanessa Marie Pawelke, Niedernhausen wurde Sieger der Hengstfohlen. Dieser junge Hengst zog die Richter bereits vom ersten Reinkommen an in seinen Bann. Auftreten und Körperharmonie, sowie Ausstrahlung zeichneten ihn ebenso aus, wie ein Bewegungsablauf mit aktivem Hinterbein, welcher geschmeidig durch den Körper ging und Runde für Runde von dem Hengst spielerisch und leichtfüßig gehalten werden konnte.
Auch hier bedanken wir uns an der Stelle bei der IG Reitpony Hessen, die für die beiden ersten Fohlen je einen Ehrenpreis überreicht hat.
Sonntag in der Früh bei besten Schaubedingungen setzte der VPPH seine Fohlenschau fort und es folgte gleich der nächste Höhepunkt. Die Connemara Ponys präsentierten sich und eroberten die Herzen der Kommission und der Zuschauer. 6 Fohlen in dieser Qualität und mit der gezeigten Präsenz hat man selten zusammen an einem Platz. Alle Fohlen altersgemäß sehr gut entwickelt und bestens vorgestellt. Sämtliche Fohlen konnten prämiert werden und man kann hoffen, einige von ihnen der Zucht erhalten bleiben. Fünf Fohlen hatten 8,0 und besser, was die hessische Connemara Zucht unterstreicht. „Kinzighausen Julchen“ (8,2) von LH Hohnhorst Joel aus der PrstA Kinzighausen Golden Jewel, Züchter und Besitzer Michael Jaczak, Wächtersbach siegte in dieser starken Gruppe. Ein Fohlen mit sehr viel Typ und femininer Ausstrahlung, einem Hals mit guter Länge und passender Oberhalslinie, einer großen schrägen Schulter und einem harmonischen Körper im Rechteckformat präsentierte sich leichtfüßig und elegant mit gutem Raumgriff und guter Balance. Auch der Schritt war gelassen bei gutem Übertritt.
Edelbluthaflinger stellten sich in der nächsten Gruppe vor. Hier konnte das überaus typvolle und schön aufgemachte Fohlen „Nuana“ (8,1) von PrA Schamu M aus der StPr Notting`s Nele aus dem Spessart, Z.uB.: Nadja Grunwald überzeugen. Ein großliniges Fohlen mit viel Substanz und guter Bemuskelung im gewünschten Rechteckformat. Die Bewegung zeigte sich stets taktsicher und aus aktiver Hinterhand entwickelt.
Mit 13 gemeldeten Haflingern war auch diese Rasse gut vertreten anlässlich der diesjährigen Fohlenschau. Auch hier erhielten am Ende 7 Fohlen Wertnoten über 8,0 und besser und alle ausgestellten Fohlen konnten prämiert werden. Eine breite Dichte und eine hohe Grundqualität zeichneten diesen Jahrgang aus und machten auch hier deutlich auf welch hohem Niveau sich die Tiere unserer Züchter befinden. „Stakkato“ (8,3) von Strauss van Frankenastate aus der PrStA Amora aus der Zucht und im Besitz von Bernd Kothe, Staufenberg nahm am Ende die Schärpe entgegen. Ein ausdrucksvolles Fohlen mit viel Rasse- und Geschlechtsausdruck und sehr guten Proportionen, wie einer guten Oberlinie, einer großen, schrägen Schulter und einer gut gewinkelten Hinterhand. Auch in der Bewegung spielte er seine Stärken aus. Schwungvoll, elastisch mit aktivem Hinterbein trabte er in der Bahn und die anschließende Schrittrunde war gleichmäßig schreitend.
Melanie Stiel, Rotenburg stellte uns anschließend zwei Fjord Fohlen vor. Hier konnten beide die Fohlenprämie erhalten. „Catani vom Stockwiesenhof“ (7,8) von PrH Kalino aus der Rosa H setzte sich hier an die Spitze. Korrekt liniert und taktsicher beweglich überzeugte sie.
Im Stockmaß kleiner werdend stellten sich anschließend die Deutschen Part-Bred Shetland Ponys vor. Hier siegte am Ende das Rapp-Tiger Stutfohlen „Lendorfs Kelahni“ (8,3) von BPrH LH Eddie aus der StPr Lendorfs Kareema, Z.uB.: Sylvia Lohmann, Borken. Im Seitenbild bereits ein Pony, welches einen in den Bann zieht. Ein kleiner, edler Kopf mit großem freundlichem Auge und viel Ausdruck geht über in eine gut angesetzte Halsung und einen ebenfalls gut konturierten Körper in passender Aufteilung. Auch in der Bewegung trabte dieses Fohlen leichtfüßig, schwungvoll und locker. Auch in dieser Rasse stellten sich viele sehr vielversprechende Fohlen vor, die man sich sehr gut vorstellen kann, als Parter für Kinder zum späteren Zeitpunkt und/oder auch vor der Kutsche im Sport.
Shetland Pony U 87 cm wurde vertreten durch drei ausgestellte Fohlen in diesem Jahr. „Raya aus dem Rehbachtal“ (8,2) von Bali aus dem Rehbachtal aus der EL StPr Rosemary of Sportview, Züchter und Besitzer Lars und Jens Althaus, Uslar überzeugte hier die Jury am meisten von sich. Ein sehr ansprechendes Pony mit gutem Typ und sehr guten Körperpartien. Besonders hervorzuheben das korrekte und passende Fundament mit guten Gelenken. Auch in der Bewegung kraftvoll abfußend mit viel Raumgriff und Schwebephase. Die wichtige Gangart Schritt wurde ebenfalls überzeugend gezeigt.
„Krimskrams“ (8,1) von Kadar v.d. Vijfmorgen aus der Clowie v. Ruimzicht ausgestellt von Franca Lange, Salzkotten siegte bei den original Shetland Ponys und konnte die Schärpe entgegen nehmen. Ein Hengstfohlen mit maskulinem Ausdruck, einem korrekten Fundament und ausgeglichenen Proportionen im Körper, einer gut angesetzten Halsung und einem stets taktsicheren Bewegungsablauf in den gezeigten Grundgangarten.
„Elfriede“ (8,2) von LH Elko aus der Filippa aus der Zucht und im Besitz von Joachim Müller, Hüttenberg vertrat die Rasse Rheinisch Deutsches Kaltblut. Ein kräftiger gut bemuskelter Köper mit großer schräger Schulter und guter Oberlinie konnte man für dieses Stutfohlen mit gutem Typ und großem Auge notieren. Das Fundament gut zum Kaliber passend, bewegte sich das Fohlen locker und raumgreifend.
An dieser Stelle ein Dankeschön an die Züchter für die gute Präsentation ihrer Stuten und Fohlen, Danke auch an das Team um Jule Schmidt für die Anlage und die Bewirtung und danke an alle vor und hinter den Kulissen, die zum guten Gelingen einer solchen Schau beigetragen haben. Ein ganz besonderer Dank an die Jungzüchter rund um Nadja Grunwald, die einen sehr guten Job gemacht haben. Umsichtig mitgeholfen, wo Hilfe nötig war und die Züchter hervorragend unterstützt bei der Präsentation der Stuten und Fohlen. Danke - ihr wart uns eine große Hilfe.
Die Ergebnisse vom Samstag finden Sie hier
Die Ergebnisse vom Sonntag finden Sie hier.
Text: A. Römer-Stauber
Bilder: Joachim Hecker
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Fohlenschau (DO, 06. August 2026)









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