Stutbucheintragung am 16. Mai 2026 in Alsfeld Eifa
Die diesjährige Stutbucheintragung des Verbandes der Pony- und Pferdezüchter Hessen e.V. fand am 16. Mai 2026 auf dem Gestüt Kastanienhof in Alsfeld Eifa statt. Bei idealen Bedingungen präsentierten sich 28 Stuten der Jahrgänge 2023 und 2022 aus 11 verschiedenen Rassen. Die Veranstaltung zeigte erneut die große Vielfalt und Qualität der hessischen Pony- und Pferdezucht.
Die Kollektion war geprägt von gut entwickelten, korrekt konstruierten und typvollen Jungstuten. Besonders positiv fiel die solide Grundqualität im Exterieur sowie die durchweg gute Vorbereitung der Pferde auf. Dies zeigte sich in der kompletten Rassevielfalt, vom Deutschen Reitpony über Haflinger, Shetlandponys bis hin zu den Spezialrassen.
Die solide Vorbereitung der Stuten, die Vielfalt der Rassen und die engagierten Züchterinnen und Züchter machten die Veranstaltung zu einem gelungenen Zuchttag.
Die besten Stuten gehören in die Zucht, dafür wurde durch die Eintragung der erste Meilenstein gelegt.
15 der vorgestellten Stuten konnten sich aufgrund ihrer Gesamtqualität für eine Prämienanwartschaft empfehlen. Diese können sie mit der Absolvierung der Leistungsprüfung in die Prämie umwandeln. Zum erreichen der Staatsprämie fehlt dann noch ein Fohlen bis spätestens zum 7. Lebensjahr.
Damit es in Zucht und Sport weiterhin erfolgreich bleibt, sollten wir wieder vermehrt auf die Fundamentalgangart Schritt achten. Der Schritt des Pferdes schult das Körperbewusstsein, zeigt die Losgelassenheit des Pferdes und ist maßgeblich entscheidend für die spätere Rittigkeit oder Fahranlage. In Zucht und Sport kann dieser durch keine andere Gangart ersetzt werden.
Der Fokus sollte keinesfalls auf spektakulären Bewegungen im Trabe liegen. Schritt ist eine genetisch veranlagte Gangart, die sich nachträglich kaum noch verbessern oder trainieren lässt. Daher ist die gezielte Selektion auf gute Schrittvererbung von großer Bedeutung.
Mehrere Stuten überzeugten mit einem taktsicheren, raumgreifenden Schritt und deutlichem Übertritt, welcher auch mit den entsprechenden Noten honoriert wurde. Bei einigen anderen jedoch zeigte sich, wie sensibel diese Gangart auf Spannung reagiert.
Die Richterkommission bestand aus Andreas Müller, dem Durchrichter über alle Rassen, Frau Römer-Stauber als Zuchtleiterin und dem jeweiligen Rassevertreter/in der einzelnen Rassegruppen. Weiterhin in der Bahn zwei Zuchtrichteranwärterinnen, die zum Hospitieren dabei waren, auf dem Weg ihrer Ausbildung zum FN-Zuchtrichter.
In einigen Rassen stellten sich in diesem Jahr nur einzelne Stuten vor, so dass es für die ein oder andere keinen Rassesieg gab. Diese Schärpe gibt es nur, wenn mindestens drei Stuten pro Rassegruppe gemeldet werden.
Gleich die erste Stute des Tages aus der Rasse Fjord „Haylee“ V: PrH LH Reidar van den Bosdries, M: Helene aus der Zucht und im Besitz von Tina Ried, Alsfeld zeigte sich typvoll und in bester Schaukondition. Eine gut entwickelte junge Stute die sich in allen Grundgangarten bestens präsentierte und somit die begehrte Prämienanwartschaft für sich sichern konnte.
„Moncheri del Reflejo“ V: PrH LH Legado del Bosque, M: Luna Llena de Relampago aus der Zucht und im Besitz von Katrin Bedacht, Wiesentheid wurde in der Rasse Paso Fino bewertet und konnte sich mit vielen guten Einzelnoten in Szene setzten und die Prämienanwartschaft sichern. Eine charmante edle Stute, die in allen Bewertungskriterien punkten konnte.
In der Rasse Shetland Pony U 87 waren drei Stuten gemeldet. Hier freute sich die Zuchtstätte Lars und Jens Althaus aus Uslar über den Sieg der Stute „Festiva aus dem Rehbachtal“ V: Noah v. Stal Wolfsplein, M: StPrSt Felicitas aus dem Veischedetal. Eine chice und typvolle junge Stute mit guten Körperproportionen und passendem Fundament. Sehr gut eingemustert präsentierte sie sich der Kommission und erreichte die Prämie. In dieser Rasse ist eine Stute bei erreichen der Note von 7,5 und besser sofort Prämienstute, da für diese Rasse keine Leistungsprüfung vorgeschrieben ist.
„Alisha vom Steg“ V: Coventry, M: Delia, in der Schweiz gezogen und nun ausgestellt durch Anke Möller, Beselich startete für die Rasse Freiberger Pferde. Diese gute entwickelte rassetypische junge Stute zeigte sich gelassen und mit augenscheinlich bestem Interieur in der Vorstellung. Beweglich und taktsicher in der Bewegung erreichte auch sie die Prämienanwartschaft.
Die nächste Rasse waren die Deutschen Part-Bred Shetlandpony Stuten. Hier freute sich über die Schärpe die Zuchtstätte Sylvia Lohmann aus Borken mit der Stute „Lendorfs Karamella“ V: PrH LH Lendorfs Wilko, M: StPrSt. Lendorfs Karma. Eine junge Stute mit ansprechendem Typ, gut modelliertem Körper zeigte sich sehr beweglich, bei stets aktiver Hinterhand und natürlicher Aufrichtung. Sie erreichte ebenfalls die Prämienanwartschaft.
Deutsches Classic Pony „Babsi vom Jagdberg“ V: Best Captain vom Schedetal, M: Zaphira vom Heimberg aus der Zucht und im Besitz von ZG Althaus und Grochowski, Erndtebrück erreichte am Ende der Vorstellung ebenfalls die Prämienanwartschaft. Diese mittelrahmige Stute mit schönem femininem Gesicht, großem freundlichen Auge und Stutencharme zeigte sich bestens eigemustert den Richtern. Sie konnte besonders durch den guten Schritt gefallen, der sich losgelassen und taktsicher schreitend zeigte.
Die Rassegruppe der Welsh Ponys stellte sich als nächstes der anstehenden Bewertung. Hier nahm die Stute „Frozen Tweety MT“ V: Zwanenhoef Dominator, M: Rosa`s Forley die Schärpe entgegen. Nach Ausfall einer Stute stellten sich in dieser Rasse nur zwei Welsh A Stuten der Bewertung. Ausgestellt wurde diese gut entwickelte und sehr rassetypische junge Stute durch Sylvia Lohmann, Borken. Sie bewegte sich taktsicher und elastisch im Trab und auch der Galopp zeigte sich ergiebig und immer gut bergauf angelegt bei gutem Dreitakt. Auch die wurde Prämienanwärterin.
„Bernice“ V: LH Bon Jovi, M: BPr StPrSt Belsy aus der Zucht und im Besitz von dem Haflingergestüt Stange, Edertal nahm die Schärpe und die Prämienanwartschaft am Ende des Schrittringes der Haflinger entgegen. Eine ausdrucksvolle edle Stute mit korrektem Körperbau stellte sich mit ihr der Kommission vor. Bereits vierjährig und fohlenführend zeigte sie sich mit raumgreifendem taktsicherem Trab bei gutem Schwung aus der Hinterhand. Besonders hervorzuheben ist in diesem Fall der sehr gute taktsichere Schritt, der mit natürlichem Fleiß locker durch den Körper fußte.
Die nächste Rassegruppe waren drei Connemara Stuten. Hier siegte „Kinzighausen Ginger“ V: LH Hohnhorst Joel, M: PrSt Kinzighausen Hazy Genia aus der Zucht und im Besitz der Zuchtstätte Michael Jaczak, Wächtersbach. Diese charmante und feminine Stute wusste den Richtern gut zu gefallen. Ein gut geformter Ponykopf mit freundlichem Auge, übergehend in eine Halsung mit guter Länge und einem harmonischen Körper im gewünschten Rechteckformat und passendem Fundament. Der Trab und der Galopp zeigten sich taktsicher bei gutem Raumgriff und aktiver Hinterhand. Auch sie wurde Prämienstutenanwärterin.
Als letzte Gruppe des Tages stellten sich die Deutschen Reitpony Stuten der Eintragung. Hier waren sechs Stuten gemeldet. Integriert in den Eintragungstermin war, wie seit vielen Jahren Tradition, der Stutenpreis der IG Reitpony für 3-jährige hessisch gezogene Reitponystuten.
Die Schärpe für den Rassesieg der Stutbucheintragung 2026 nahm „Chili Fire“ V: Cox Nicholson, M: Coco Chanel aus der Zucht und im Besitz von Anja Mayer, Bad Kissingen entgegen. Diese charmante großrahmige und goßlinige Stute zeigte sich typvoll und mit viel Ausstrahlung. Ein Körper mit guter Schulter, passender Halsung, weit in den Rücken reichender Widerrist bei guter Schaukondition und passender Bemuskelung zeichnen sie aus. Alle drei Grundgangarten wurden ebenfalls mit gut bewertet und unterstreichen die Qualität des Ponys, welches Prämienanwärterin wurde.
Die gewann im Anschluss der Wertung auch noch den Stutenpreis der IG Reitpony Hessen 2026.
Die Liste der Ergebnisse finden Sie auf der Homepage des VPPH.
Die Fotos von Joachim Hecker sind zunächst ein kleiner Eindruck des Samstages. Sollten Sie Interesse an Bildern Ihrer Stute haben, so schreiben Sie Herrn Hecker an. Er hat alle Stuten abgelichtet.
Text: A. Römer-Stauber
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